Verfasst von Christian Theobaldt (nicht registriert oder nicht angemeldet) am 29. Juni 2009 - 13:13.
"...die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters nichts anderes ist als eine Rentenkürzung. Das ist nun mal Fakt."
Wenn man heute aber älter wird, hat man zu Lebzeiten mehr Rentenzahlungen bekommen. Das darf man nicht vergessen.
Und dann die Aussage, dass der "Sesselfurzer" länger arbeiten kann als der Bauarbeiter oder der Fliesenleger, der schon mit 50 kaputte Knie hat, oder der Hochofenarbeiter, diese Aussage kann ich auch nicht so stehenlassen.
Hier erfordert es tatsächlich eine genaue Betrachtung des Arbeitsumfeldes, habe mich da allerdings nicht festlegen wollen. Um auf Dein Beispiel mit dem Redakteur einzugehen. Arbeitet er statt 50 Stunden die Woche nur noch 35 Stunden, wird ihm die Erhöhung des Rentenalters auf 70 kaum weh tun.
@Guenther:
Die Filme habe ich mir angeschaut, den ersten kannte ich sogar schon. Der Gerd Bosbach war mir schon damals unsympathisch. Mir scheint, als ginge es ihm lediglich um die Frage, ob man unsere älteren Mitbürger in 50 Jahren noch durchfüttern könne oder nicht. Daran zweifle ich auch nicht.
Produktivität steigern heißt in vielen Branchen, gerade in den sozialen Berufen, mehr Stress für die Angestellten, weniger Aufmerksamkeit für den Einzelnen. Da liegen doch jetzt schon unsere Probleme (wie ich weiter oben ausführte):
1. Überfüllte Klassen / keine individuelle Betreuung der Kinder
2. Miserable Zustände in vielen Pflege- und Altersheimen
3. Überforderte Ärzte und Krankenschwestern
4. Mit ihren Problemen allein gelassene Familien (Armut, Gewalt)
5. Mitmenschen, die harte Schicksalsschläge nicht alleine verarbeiten können (Drogen, Alkohol, zerbrochene Ehen usw.)
Und hier will man noch weiter die Produktivität steigern? Vielleicht mit einer Mechanisierung wie es sie in der freien (Land-)Wirtschaft gibt? Pflege-Roboter und Lerncomputer? Will man das ernsthaft!?
Und wenn dann trotzdem die Produktivität gesteigert wird, dann kommt es dank dem kapitalistischen Monster nicht den Sozialkassen, sondern den Konzernen und Einzelnen zu. Dem ist wohl so. Ja.
(bin den Konzernen aber nicht böse, denn die müssen sich im Wettbewerb behaupten. Hier ist eigentlich die Politik gefragt.)
Der zweite Film... ja, zeigt, dass unsere Politik in all dem versagt, sie unterwandert von der Wirtschaft ist, eine Marionette wirtschaftlicher Interessenverbände. Aber das wissen wir doch schon lange.
Fazit: Ich halte die Lösung Produktivitätssteigerung für eine Mär, der wir nicht blind vertrauen sollten. Stattdessen plädiere ich für die Entlastung der Arbeitnehmer, die Schaffung wohlwollender Arbeitsbedingungen und eine Wirtschaftsform, bei der das Interesse der Arbeitnehmer -sowie der Bedürftigen- im Vordergrund steht. Dann nämlich, wenn sich der Mitarbeiter mit dem Beruf identifiziert, sich in seiner Arbeit wohl fühlt und nicht überlastet wird, verliert das Renteneintrittsalter an Bedeutung.
"...die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters nichts anderes ist als eine Rentenkürzung. Das ist nun mal Fakt."
Wenn man heute aber älter wird, hat man zu Lebzeiten mehr Rentenzahlungen bekommen. Das darf man nicht vergessen.
Und dann die Aussage, dass der "Sesselfurzer" länger arbeiten kann als der Bauarbeiter oder der Fliesenleger, der schon mit 50 kaputte Knie hat, oder der Hochofenarbeiter, diese Aussage kann ich auch nicht so stehenlassen.
Hier erfordert es tatsächlich eine genaue Betrachtung des Arbeitsumfeldes, habe mich da allerdings nicht festlegen wollen. Um auf Dein Beispiel mit dem Redakteur einzugehen. Arbeitet er statt 50 Stunden die Woche nur noch 35 Stunden, wird ihm die Erhöhung des Rentenalters auf 70 kaum weh tun.
@Guenther:
Die Filme habe ich mir angeschaut, den ersten kannte ich sogar schon. Der Gerd Bosbach war mir schon damals unsympathisch. Mir scheint, als ginge es ihm lediglich um die Frage, ob man unsere älteren Mitbürger in 50 Jahren noch durchfüttern könne oder nicht. Daran zweifle ich auch nicht.
Produktivität steigern heißt in vielen Branchen, gerade in den sozialen Berufen, mehr Stress für die Angestellten, weniger Aufmerksamkeit für den Einzelnen. Da liegen doch jetzt schon unsere Probleme (wie ich weiter oben ausführte):
1. Überfüllte Klassen / keine individuelle Betreuung der Kinder
2. Miserable Zustände in vielen Pflege- und Altersheimen
3. Überforderte Ärzte und Krankenschwestern
4. Mit ihren Problemen allein gelassene Familien (Armut, Gewalt)
5. Mitmenschen, die harte Schicksalsschläge nicht alleine verarbeiten können (Drogen, Alkohol, zerbrochene Ehen usw.)
Und hier will man noch weiter die Produktivität steigern? Vielleicht mit einer Mechanisierung wie es sie in der freien (Land-)Wirtschaft gibt? Pflege-Roboter und Lerncomputer? Will man das ernsthaft!?
Und wenn dann trotzdem die Produktivität gesteigert wird, dann kommt es dank dem kapitalistischen Monster nicht den Sozialkassen, sondern den Konzernen und Einzelnen zu. Dem ist wohl so. Ja.
(bin den Konzernen aber nicht böse, denn die müssen sich im Wettbewerb behaupten. Hier ist eigentlich die Politik gefragt.)
Der zweite Film... ja, zeigt, dass unsere Politik in all dem versagt, sie unterwandert von der Wirtschaft ist, eine Marionette wirtschaftlicher Interessenverbände. Aber das wissen wir doch schon lange.
Fazit: Ich halte die Lösung Produktivitätssteigerung für eine Mär, der wir nicht blind vertrauen sollten. Stattdessen plädiere ich für die Entlastung der Arbeitnehmer, die Schaffung wohlwollender Arbeitsbedingungen und eine Wirtschaftsform, bei der das Interesse der Arbeitnehmer -sowie der Bedürftigen- im Vordergrund steht. Dann nämlich, wenn sich der Mitarbeiter mit dem Beruf identifiziert, sich in seiner Arbeit wohl fühlt und nicht überlastet wird, verliert das Renteneintrittsalter an Bedeutung.