Dürfen Sozialdemokraten so blöd sein?

Es ist keine Überraschung, dass sich der als Polizei-Gewerkschaftschef gebende CDU-Rechtsausleger Wendt über die Teilnahme von Wolfgang Thierse an der Sitzblockadeaktion gegen Neonazis empört. Es ist auch keine Überraschung, dass die auf dem rechten Auge eher blinde, dafür umso eifriger gegen angebliche linke und islamistische Gefahr zu Felde ziehende Familienministerin Schröder in Thierses zivilcouragierter Aktion die demokratische Rechtsordnung beschädigt wähnt (oder meint sie Rechts-Ordnung?).

 Es passt in deren Verharmlosungsstrategie auf der rechten Seite, um linke Gefahren heraufzubeschwören und dabei auch gleich Sozialdemokraten und Antifaschisten zu diffamieren. Umso fassungsloser muss man als Sozialdemokrat sein, dass Mitglieder der eigenen Partei, selbst wenn es drittklassige Politiker des Berliner Abgeordnetenhauses sind, sich mit dumpf-konservativen Sprüchen solcher Kritik anschließen. Das gilt erst recht für den Berliner Innensenator Körting. Ist denen die antifaschistische Tradition der Sozialdemokratie egal, Leiden und Widerstand während des Hitler-Faschismus vergessen? Zumindest sollten sie wissen, dass passiver Widerstand, wozu nach Urteil des Bundesverfassungsgerichts Sitzblockaden nicht als Nötigung und damit auch nicht als Straftat zählen, Bürgerrecht ist? Und Wolfgang Thierse jahrelanges Engagement gegen Rechts ihn als aufrechten Demokraten und Sozialdemokraten ehrt. Nazis entschlossen entgegentreten, auch wenn ihr Aufmarsch nicht verboten ist, sollte nicht nur Bürgerrecht sondern Bürgerpflicht sein. Gerade auch dann. Und gerade auch dann gereicht es einem Amtsinhaber zur Ehre, wenn er dem braunen Gesindel entgegentritt. Es entspricht der Scheinheiligkeit der Konservativ-Reaktionären, sich über die Zivilcourage Thierses zu empören, wie sie sich zu Bekenntnissen gegen alte und neue Nazis nur bewegen lassen, wenn gleich linke und islamistische Bedrohungen mit gebrandmarkt werden. Beschämend ist es, wenn sozialdemokratische Politiker konservativ-reaktionären Kräften und deren publizistischen Hilfstruppen auf den Leim kriechen. So blöd darf ein Sozialdemokrat wirklich nicht sein.
Wolfgang Thierse dagegen gebührt unser Respekt und unsere Anerkennung. Sein Verhalten ist vor allem mit der Würde der Sozialdemokratie vereinbar!

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Ade Sozialdemokratie von Andreas Bylaitis (nicht registriert oder nicht angemeldet)
Volle Zustimmung. von Hans Werner Scheffler (nicht registriert oder nicht angemeldet)
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Michael Buckup
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